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Wir lernen digital!

Ein Quantensprung in der Schule. Im Rahmen eines dreijährigen Pilotprojektes wurde in der Jahrgangsstufe 8 eine elternfinanzierte iPad-Klasse am Güstrower John-Brinckman-Gymnasium (JBG) zum Schuljahr 2019/2020 eingerichtet.

Das Projekt konnte durch den Schulförderverein und dank der finanziellen Unterstützung von der Stadtwerke Güstrow GmbH, der rebus Regionalbus Rostock GmbH und dem KMG Klinikum Güstrow realisiert werden.


„Digitalisierung“ ist aus dem Alltag und aktuellen Diskursen nicht mehr wegzudenken. Doch das digitale Zeitalter betrifft nicht nur die Wirtschaft, sondern durchdringt nahezu alle Gesellschaftsbereiche und damit auch zunehmend die Institution Schule im verstärkten Maße.Grund zur Freude haben nicht nur die Schüler_innen, sondern auch die Lehrer_innen. Denn die Erkenntnis, dass die Umsetzung einer modernen Lernkultur nur mit einer entsprechenden Infrastruktur, sowie der Bereitstellung notwendiger Hard- und Software erfolgen kann, erreichte die Politik. Der so entstandene „Digitalpakt“ von Bund und Ländern stellt finanzielle Mittel für die digitale Schulentwicklung bereit. Diese können auf Grundlage eines Medienbildungskonzeptes, welches durch die Schulen selbst erstellt wird, und eines Medienentwicklungsplans, den der Schulträger auf Basis der Medienbildungskonzepte der Schulen erarbeitet, beantragt werden.


In Vorbereitung auf die bevorstehenden Veränderungen, die die gesamte Schule betreffen werden, startete das JBG mit einer Insellösung. „Wir möchten die Verbindung traditioneller und moderner Lehr- und Lernmethoden für eine zeitgemäße Bildung, ausgehend von einem Pilotprojekt in einer Klasse, in die Breite tragen. Dabei können wir Erfahrungen sammeln, neue Ideen zur Unterrichtsgestaltung ausprobieren, evaluieren und auf Basis der Ergebnisse gemeinsam an der Schule weitere Schritte der digitalen Schulentwicklung angehen“, so Julia Hastädt, Klassenlehrerin der iPad-Klasse und Medienbeauftragte am  Gymnasium.


Grundsätzlich sieht die Förderrichtlinie zum Digitalpakt vor allem einen Ausbau der digitalen Infrastruktur, sowie eine verbesserte Ausstattung der Schule mit Hard- und Software vor. Dabei ist die Anschaffung von mobilen Endgeräten auf einen sehr geringen Prozentsatz der Fördersumme beschränkt. Somit wurde schnell deutlich, dass eine „1:1-Ausstattung“ — wie sie aus pädagogischen Beweggründen im Pilotprojekt erprobt wird — nicht ohne die Unterstützung der Eltern sowie weiterer Partner möglich ist. „Nachdem die Anfrage zur Unterstützung von Frau Hastädt bei uns einging, waren wir uns nach einem Gespräch und Vorstellung des Projektes schnell einig, dass wir gemeinsam mit unseren Partnern das Vorhaben unterstützen möchten“, erklärt Björn Rudolph, Geschäftsführer der Stadtwerke Güstrow. Zusammen mit der rebus Regionalbus Rostock GmbH mit Sitz in Güstrow und dem KMG Klinikum Güstrow, sind die Stadtwerke drei der größten Arbeitgeber in der Barlachstadt.


Durch ihr gemeinsames Engagement setzen sie sich unter anderem für soziale Projekte ein und sind stark daran interessiert, die Region zu fördern. „Auch wir stellen uns täglich der Herausforderung der
Digitalisierung und können somit die Hintergründe der Schule für eine Entscheidung zu dem Pilotprojekt nachempfinden“, ergänzt Thomas Bürger, Geschäftsführer des KMG Klinikums. Durch die Unterstützung der Eltern, des Schulfördervereins, der dank der drei regionalen Partner u.a. die Pencils bereitstellen konnte, sowie des Schulträgers, der beispielsweise die Kosten für die Infrastruktur und Software zur Administration übernahm, können die Schüler_innen nun mit jeweils einem iPad, inklusive Hülle mit einer integrierten Tastatur und einem Pencil ihren Schulalltag bestreiten. „Der Einsatz der iPads erfolgt dann, wenn es pädagogisch sinnvoll ist und es eine Erleichterung der Arbeitsweise darstellt. Die Schüler_innen können somit z.B. selbst entscheiden, ob sie auf eine digitale oder analoge Heftführung setzen oder eine Kombination aus beidem präferieren.

Entscheidend ist aber, dass sich das Lehren und Lernen selbst in weiten Teilen des Unterrichts grundsätzlich verändert“, so Jan Rädke, Schulleiter des John-Brinckman-Gymnasiums. „Eine zeitgemäße Bildung bereitet bestmöglich auf die Anforderungen der Berufswelt vor und fördert dabei insbesondere die Medienkompetenz. Davon können auch wir als mögliche zukünftige Arbeitgeber profitieren“, sieht Thomas Nienkerk, Geschäftsführer der rebus Regionalbus Rostock GmbH, voraus.