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Kläranlage Güstrow-Parum

Durch Anwendung der Cyclazur-Technologie kann die Kläranlage in Parum die gesetzlich vorgeschriebenen Überwachungswerte einhalten. Die weitgehende Reduzierung der Nährstoffe Stickstoff und Phosphor bewirkt eine wesentliche Verbesserung der Wassergüte des Gewässersystems Nebel/Warnow mit Entlastungseffekten bis in die Ostsee hinein.

Im März 2000 wurde die Besitzgesellschaft Abwasser Parum GmbH gegründet, an der die Stadtwerke Güstrow GmbH mit 52 Prozent, die Eurawasser Nord GmbH mit 40 Prozent und der Wasserversorgungs- und Abwasserzweckverband Güstrow-Bützow-Sternberg mit 8 Prozent beteiligt waren. Im Jahre 2016 sind die Anteile der Stadtwerke Güstrow GmbH und der Eurawasser Nord GmbH an die Barlachstadt Güstrow verkauft worden. Betriebsführer der modernen und leistungsfähigen Kläranlage Parum ist weiterhin die Eurawasser Nord GmbH.
   
  Einzugsgebiet der Kläranlage  

CYCLAZUR-Verfahren

Fließbild der Kläranlage Parum
»CYCLAZUR ist ein Belebtschlamm-Verfahren, welches auf dem Prinzip der Aufstaubelebung beruht. In vier parallel betriebenen Becken mit variablem Füllstand wird das Abwasser biologisch gereinigt und der Bioschlamm vom Klarwasser abgetrennt. Dadurch entfällt die Notwendigkeit, separate Nachklärbecken zu errichten, was sich in geringerem Flächenbedarf und niedrigen Investitions- und Betriebskosten niederschlägt.

Es wiederholen sich zeitliche Folgen von belüfteten und nicht belüfteten Phasen. Die belüfteten Phasen sind maßgeblich für die biologischen Abbauvorgänge, die nicht belüfteten Phasen dienen teilweise der biologischen Reinigung, vorwiegend aber der Trennung von Schlamm und Klarwasser. CYCLAZUR ist ein zyklisches Aufstaubelebungsverfahren (Variable Volume Activated Sludge Technology).

Das CYCLAZUR- Verfahren verfügt über eine biokinetische Steuerung und die Vorgänge Zulauf, Nitrifikation und Denitrifikation laufen regelungstechnisch simultan ab, während beim herkömmlichen SBR- Verfahren in der Regel eine strenge Phasentrennung vorgenommen wird. Im Unterschied zu konventionellen Belebtschlamm- Verfahren werden diese nicht im Durchlauf-, sondern im Chargenbetrieb betrieben. Jeder Zyklus des Verfahren besteht aus folgenden Phasen:

  • Befüllen/Belüften
  • Absetzen
  • Klarwasserabzug

Diese Phasen bilden einen Kreislauf, der immer wiederholt wird. Am Anfang steigt der Wasserspiegel im Becken durch den Zufluss von einem festgesetzten minimalen Wasserstand aus an. Die Belüftung und gleichzeitige Durchmischung wird in einer bestimmten Phase gestoppt, um der biologischen Masse ein Flocken und Absetzen zu ermöglichen. Nach der Absetzphase wird das behandelte überstehende Klarwasser durch eine bewegliche Rinnen (dem sogenannten Dekanter) abgezogen, bis der bereits erwähnte minimale Wasserstand erreicht ist. Die Zyklen der einzelnen Becken sind zeitgleich gegeneinander versetzt, so dass das zufließende Abwasser während der Phasen Absetzen und Klarwasserabzug in ein anderes Becken geleitet wird.

Technische Daten

Auslegungsdaten:
  • Kapazität: 60.000 EGW (Einwohnergleichwerte)
  • Trockenwetterzufluss: 9.750 m³/d; 600 m³/h
  • Regenwetterzufluss: 1.360 m³/h

Zulauffrachten:
  • CSB: 7.800 kg/d
  • BSB5: 3.600 kg/d
  • NH4-N: 390 kg/d
  • Pges.: 105 kg/d
  • AFS: 4.550 kg/d

Überwachungswerte lt. wasserrechtlicher Erlaubnis:
  • CSB: 90 mg/l
  • BSB5: 10 mg/l
  • NH4-N: 5 mg/l
  • Nanorg.: 18 mg/l
  • Pges.: 1 mg/l (im Mittel 0,5 mg/l)

Abkürzungen:
  • CSB: chemischer Sauerstoffbedarf
  • BSB5: biochemischer Sauerstoffbedarf in 5 Tagen
  • NH4-N: Ammoniumstickstoff
  • Nanorg.: Summe aus Ammonium-,Nitrat- und Nitritstickstoff
  • Pges.: Gesamtphosphor
  • AFS: abfiltrierbare Stoffe

Kontakt

Städtischer Abwasserbetrieb Güstrow
Stadtwerke Güstrow GmbH


Zum Hohen Rad 48
18273 Güstrow

Tel.: (03843) 288 0
Fax: (03843) 288 200


Betriebshof:


Industriegelände 26
18273 Güstrow